Die See-Meile kommt zurück

In einem Folgeprojekt werden Interessierte ab Ende dieses Jahres die Möglichkeit haben, insgesamt drei hochautomatisierte Kleinbusse kostenlos zu nutzen. Die Busse werden auf zwei Routen, beginnend am U-Bahnhof Alt-Tegel, verkehren, darunter die bekannte "See-Meile"-Route zur Greenwichpromenade und eine weitere Route durch den Kiez Alt-Tegel. 
Möglich wird dies durch ein Projekt der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in den Jahren 2020 und 2021 mit insgesamt 9,8 Millionen Euro gefördert wird.

Unter der Federführung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wird das
Forschungsprojekt gemeinsam mit der BVG, der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO
und acht weiteren Partnern durchgeführt. Unterstützt wird das Vorhaben zudem vom Bezirk
Reinickendorf. 

Den Betrieb übernimmt erneut die BVG, die unter dem Namen „See-Meile“ gemeinsam mit zahlreichen Partnern bereits eine 5-monatige Testphase mit einem selbstfahrenden Kleinbus der Firma EasyMile erfolgreich durchgeführt hat. Auch bei den selbstfahrenden Kleinbussen des Folgeprojektes wird eine Begleitperson an Bord sein und den Fahrbetrieb überwachen. 

Die auf drei Fahrzeuge vergrößerte Flotte wird ein größeres Einsatzgebiet mit ausgeweiteten Betriebszeiten bedienen. Neben einer anspruchsvolleren Routenführung wird zudem die Geschwindigkeit um bis zu sechs Stundenkilometer von bislang maximal 12 km/h auf 18 km/h erhöht.
Qualitativ neu ist am Projekt außerdem der Einsatz einer neuen
Fahrzeuggeneration, deren verbesserte Technologie praxisorientiert in konkreten
Anwendungsfällen erprobt wird.

Das Projekt widmet sich außerdem der Erforschung weiterer Basistechnologien für die
zukünftige Digitalisierung des Verkehrs. Insbesondere steht hier die Verbesserung von
digitalen Karten und Verkehrsinformationen im Vordergrund. Aus den Ergebnissen des
Projektes werden die Projektpartner gemeinsam Erkenntnisse für den Verkehr der Zukunft
ableiten können.

Eine wichtige Rolle spielt die Akzeptanz neuer Mobilitätsformen bei den Fahrgästen:
Die DB-Tocherfirma ioki hat das Projekt „See-Meile“ wissenschaftlich begleitet. Dabei
konnten in den vergangenen Monaten wertvolle Erkenntnisse zur Nutzerakzeptanz von
autonomen Shuttles im innerstädtischen ÖPNV gesammelt werden. Mit einer
Wiedernutzungsquote von 88 Prozent war die Akzeptanz bei den Befragten sehr hoch. Nach
der Nutzung hatten 37 Prozent der Befragten eine bessere Meinung von
hochautomatisierten Fahrzeugen, so die Ergebnisse von ioki. Angesichts des heutigen
Standes der Technik könne jedoch noch keine abschließende Aussage bezüglich der
Nutzerakzeptanz getroffen werden. Hierfür bedürfe es weiterer Projekte dieser Art.
Auch beim Folgeprojekt wird die Akzeptanz der Fahrgäste erforscht. Im Rahmen
der Bürgerbeteiligung sind beispielsweise Befragungen von Fahrgästen, Bürgerkonferenzen
und Projektwerkstätten geplant.